Vorwürfe an die Vormundschaftsbehörde; Stellungnahme des Stadtrates

In der Ausgabe der Zuger Zeitung vom 5. Dezember 2012 zum Fall „de Beaufort“ wird dem Vormundschaftsamt der Stadt Zug bzw. dem Stadtrat als Vormundschaftsbehörde vorgeworfen, Hinweise der Angehörigen zur Urteilsfähigkeit ihrer Mutter nicht ernst genommen zu haben. Der Stadtrat weist diese Vorwürfe entschieden zurück.

Der Stadtrat als Vormundschaftsbehörde stellt nochmals klar, dass die Urteilsfähigkeit der Mutter auf Begehren der Angehörigen erstmals im Frühjahr 2008 überprüft wurde. Gestützt auf einen ärztlichen Bericht und weiteren Abklärungen wurde das Bevormundungsbegehren abgewiesen. Die Angehörigen akzeptierten diesen Entscheid und verzichteten auf einen Weiterzug an eine nächste höhere Instanz. Für das Vormundschaftsamt wie auch für den Stadtrat gab es keinen Grund, vermögensschützende Massnahmen anzuordnen.

Erst im September 2010 gelangten die Angehörigen erneut an das Vormundschaftsamt und monierten das durch den Anwalt ihrer Mutter ausgesprochene Hausverbot. In der Folge hat das Vormundschaftsamt regelmässig beim Hausarzt Erkundigungen über den Gesundheitszustand und die Urteilsfähigkeit der Mutter sowohl schriftlich wie auch mündlich eingeholt. Gestützt auf diese ärztlichen Rückmeldungen und in Berücksichtigung der weiteren persönlichen Verhältnisse wurde von einer vormundschaftlichen Massnahme abgesehen. Gleichwohl begleitete das Vormundschaftsamt aufgrund der Eingaben der Angehörigen die betagte Frau weiter, insbesondere in Bezug auf die beanstandeten Kritikpunkte wie Besuchs- und Kontaktverbot, nicht ausreichender medizinisch-pflegerischer Betreuung und Nichtbezahlen ausstehender Rechnungen der ambulanten Pflege. Entgegen den Aussagen der Angehörigen war die medizinisch-pflegerische Grundversorgung, welche auf ausdrücklichen Wunsch der Mutter zu Hause erfolgte, jederzeit gewährleistet. Ebenso vermittelte das Vormundschaftsamt den von den Angehörigen gewünschten Kontakt zu Ivo Romer.

Im Übrigen wurden nach dem Tode der betagten Frau auf Ersuchen der Angehörigen sämtliche vormundschaftlichen Akten der Ombudsfrau des Kantons Zug zur Überprüfung zugestellt. Diese hat nach Durchsicht der Akten festgestellt, dass aus ihrer Sicht die Vormundschaftsbehörde im Rahmen ihres pflichtgemässen Ermessens korrekt gehandelt habe.

Stadtrat von Zug
Zug, 5. Dezember 2012

Dolfi Müller, Stadtpräsident

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