Lebkuchenfeier 2012: Viel Herzblut für Zug

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Lebkuchenfeier 2012: (von links) Franz Hotz, Stadtpräsident Dolfi Müller, Jürg Johner, Stadtrat André Wicki, Vreni Landtwing, Stadtrat Adnreas Bossard, Sepp Keiser, Stadtschreiber Arthur Cantieni, Stadtrat Karl Kobelt und Stadträtin Vroni Straub-Müller.

Der Stadtrat teilt seit Jahren den Frauenthaler Lebkuchen mit Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt, welche sich in ihrem Leben und Schaffen für die Bevölkerung verdient gemacht haben. Mit Leuten, die ihre Taten nicht an die grosse Glocke gehängt und den Mittelpunkt nie gesucht haben und öffentlicher Ehrung auch eher zurückhaltend gegenüberstehen. Dieses Jahr ergeht die Ehrung an vier Personen, welche für die Stadt Zug viel Herzblut haben und als «echte Botschafter» viel für einen guten Namen von Zug beitragen:

  • Vreny Landtwing hat als «grosse Freundin der Stadt» viel Energie und Herzblut für die Gemeinschaft eingesetzt und dies nicht an die grosse Glocke gehängt. Sie war sofort dabei, als es darum ging, dem Verein «Zuger Stadtführungen» ein Gesicht zu geben und ist nun deren erste, einzige und umsichtige Präsidentin.
  • Sepp Keiser ist vielleicht DER Zuger schlechthin. Zeit seines Lebens wohnt er in der Altstadt von Zug und kennt die Stadt wie kein Zweiter. Als Schauspieler war er 1949 auch Gründungsmitglied des legendären Cabarets «Durchzug». Nach seiner Pensionierung vor 25 Jahren engagierte sich Sepp Keiser, der Kenner von Zug, als Stadtführer.
  • Jürg, genannt Jacky, Johner ist der einzige, nicht in Zug Wohnhafte. Doch der gebürtige Ennetseer kennt Zug wie seine Westentasche. Nach einer eindrücklichen Führung in der Burg Zug war der Name des gebildeten Jürg Johners schnell ein Begriff. So gestaltete er in den vergangenen 27 Jahren rund 300 Führungen und brachte mehreren tausend Personen die Stadt Zug näher.
  • Auch Franz Hotz ist ein profunder Kenner von Zug – aber nicht nur. Der ehemalige Zahnarzt war bereits in der Kantizeit Sakristan in der Loretokapelle und ist es seit 1999 wieder. Seine Leidenschaft gehört weiter der Erhaltung von bedeutender historischer Bausubstanz wie etwa der Athene oder dem Stolzengrabenhaus. Franz Hotz hat sich in verschiedenen Ämtern und privat stets für Schwächere und sozial Benachteiligte eingesetzt, zum Beispiel mit seinem Engagement für die Drogenrehabilitationsstätte Sennweid oder als Fahrer für Tixi Zug.
    Die Beziehung zum Kloster Frauenthal

    Die Lebkuchenfeier geht auf eine besondere historische Beziehung zwischen der Stadt Zug und dem Kloster Frauenthal zurück. Am 5. Januar 1386 nahmen Ammann, Rat und Bürger der Stadt Zug die Äbtissin und den Konvent des Gotteshauses Frauenthal ins Bürgerrecht der Stadt auf. Gleichzeitig wurde das Kloster unter den «Schutz und Schirm» der Stadt gestellt; dafür hatte das Kloster eine Steuerabgabe (3 Pfund Geld), Zoll und Umgeld zu entrichten.
    Seit Menschengedenken haben die Nonnen von Frauenthal zur Weihnachtszeit grosse Lebkuchen gebacken, die von der Zuger Schirmherren ganz besonders geschätzt und als Teil der geschuldeten Abgaben entgegen genommen wurden. Nicht immer allerdings war das Verhältnis ungetrübt zwischen den Nonnen und den Ratsherren von Zug. Im Jahre 1735 begehrte der Stadtrat, dass jedem Ratsherrn auf Neujahr ein Lebkuchen von 14 Pfund oder ein Dukaten zu überreichen sei. Anscheinend wurden weiterhin nur 12 Pfund schwere Lebkuchen gebacken und mit den guten Wünschen an die Ratsherren versandt. Denn bereits zwei Jahre später, am 5. Januar 1737, kam der Rat auf die Sache zurück und rügte, «dass die Lebkuchen an Gewicht und Wesenheit zu gering seien.» Man einigte sich, dass von nun an ein Lebkuchen von genau 14 Pfund geschickt werde, aber nur einer für den gesamten Rat.

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