Vom Seufzen der Tiere, Menschen und Pflanzen

Anton Rotzetter bei der KrippeAm 12.12.12 plädierte der Kapuziner Dr. Anton Rotzetter in der CityKircheZug für eine Entschleunigung von Hetze und Stress und einen sorgsamen Umgang mit der Schöpfung. Ein Kontrastprogramm zum politisch turbulenten Zug.

Neben der Kirche weideten Schafe. Drinnen im Kirchenraum war eine von Elisabeth Bernet getöpferte Krippe aufgebaut, bei der die Tierdarstellungen überwiegten. Es gab auch ein Mutterschwein mit ihren Ferkeln, sowie Hühner und Mäuse. „Und das Wort ist Fleisch geworden, eingefleischt in alles was lebt und alles wird Antwort“. Es wurde ein Abend in den Fussstapfen von Bruder Franz von Assisi.

Dr. Karl Kobelt begrüsste die Anwesenden und moderierte einfühlsam den Abend. Bruder Anton sprach ruhig aber bestimmt. Er beklagte, dass in Lehre und Praxis der Kirche das Engagement für die Tiere fehle. Denn auch die Tiere sind Teil der Schöpfung und nicht eine Sache, zu der die Menschen sie gemacht haben. Er wies auf die Massentierhaltung hin, wobei man die Tiere selbst nicht mehr sieht, und sprach von verlorener Sensibilität. Er verdeutlichte, dass der Futtermittelbedarf für die Tierhaltung direkten Einfluss auf die Rodung von Regenwäldern und damit auch auf das Klima hat. Er stellte fest, dass wir die dreifache Erdoberfläche bräuchten um die Ernährung sicherzustellen, wenn alle Menschen so wie wir in der Schweiz leben würden. Es gibt aber nur eine Welt und wir leben daher auf zu grossem Fuss.

Anton Rotzetter fordert eine Reduktion, weg von der Lust des Gaumens hin zur Wiederentdeckung der Lust des Sehens und des Hörens. Er ist im Einklang mit sich und der Schöpfung. Seine Botschaft ist eindrücklich und gibt Anregung und Bestärkung selbst aktiv zu werden. Der Abend mit Bruder Anton Rotzetter war ein wunderbarer Schlusspunkt der Veranstaltungsreihe 2012 der CityKircheZug.

Die Krippe ist noch bis am 6. Januar 2013 in der Reformierten Kirche Zug zu besichtigen.

Für die CityKircheZug:
Bericht: Thomas M. Exl
Bild: Esther Lienert

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