Leichte Prämienerhöhung der Gebäudeversicherung ab Anfang 2013

Der Regierungsrat erhöht per 1. Januar 2013 die Grundprämie der Gebäudeversicherung und die Prämie für die Zusatzversicherung von 55 auf 60 Rappen pro tausend Franken Versicherungswert. Damit werden mittelfristig notwendige Rückstellungen gebildet und der Reservefonds behutsam geäufnet. Ausserordentliche Belastungen wegen häufigeren und stärkeren Unwettern, hohe Schadenzahlungen und gestiegene Rückversicherungs-prämien machen den Schritt notwendig.

Laut Gebäudeversicherungsgesetz müssten die Versicherungsprämien derart angesetzt sein, dass sie ausreichen, um alle Schäden zu vergüten, einen Reservefonds zu unterhalten, ange-messene Beiträge an die Schadenvergütung und -bekämpfung zu leisten und die Verwaltungskosten zu decken. Dies ist aktuell nicht möglich, deshalb sind Korrekturen nötig. Mit einer mo-deraten Prämienerhöhung können mittelfristig die benötigten Rückstellungen gebildet werden.

Prämienanstieg auf moderates Niveau
Die Grundprämie und die Prämie für die Zusatzversicherung werden per 1. Januar 2013 auf 60 Rappen je tausend Franken Versicherungswert erhöht. Davon entfallen 50 Rappen auf die Ver-sicherung, 10 Rappen auf den Feuerschutz. Die Erhöhung der Grundprämie ab 2013 führt auch zu einer Erhöhung der Prämie für Bauversicherungen. Diese beträgt neu 30 Rappen (vorher 27.5) pro tausend Franken Versicherungswert. Die Preise verbleiben trotz Anstieg auf modera-ter Höhe. Mitte 1990er Jahre betrug die Grundprämie 80 Rappen pro tausend Franken Versi-cherungswert. Auf politischen Druck hin wurden die Prämien sukzessive reduziert. Von 2004 bis heute lag die Prämie unverändert bei 55 Rappen (s. Grafik), was eine Äufnung von genü-genden Reserven nicht erlaubte.

Grosse Unwetterschäden
In den letzten Jahren kam es im Kanton Zug wiederholt zu grossen Elementarschäden. Starke Unwetter und Hagelzüge bescherten dem Kanton Schäden im zweistelligen Millionenbereich. Zwischen 2005 und 2011 beliefen sich die Elementarschadenzahlungen der Gebäudeversiche-rung Zug gesamthaft auf 35.2 Mio. Franken. Weitere 41 Mio. Franken mussten für Feuerscha-denzahlungen aufgewendet werden. Davon erstattete die Rückversicherung 23.3 Mio. Franken. Der Nettoaufwand der Gebäudeversicherung Zug für Schadenzahlungen betrug zwischen 2005 und 2011 rund 60 Mio. Franken
Im Nettoaufwand enthalten sind auch Beiträge an die Interkantonale Risikogemeinschaft (IRG) aller kantonalen Gebäudeversicherungen. Die Gebäudeversicherung Zug musste zwischen 2006 und 2011 total 5.85 Mio. Franken aus der laufenden Rechnung als Beitragsverpflichtung an die IRG leisten. Dies zur Deckung der verheerenden Unwetterschäden in den Kantonen Bern, Luzern und Nidwalden im Jahr 2005. Weitere Zahlungen an die Hagelschäden 2009 im Kanton Freiburg und 2011 im Kanton Aargau sind derzeit offen.

Höhere Rückversicherungsprämien
Im selben Zeitraum entwickelten sich die Erträge aus Finanzanlagen als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht wie gewünscht. Gleichzeitig stiegen die Rückversicherungsprämien für Feuer- und Elementarschäden kontinuierlich an. 2011 musste jeder dritte Prämienfranken für die Deckung der Rückversicherungsprämien aufgewendet werden. Die Verantwortlichen der Gebäudeversicherung Zug rechnen damit, dass die Rückversicherungsprämien wegen künfti-gen Schadenereignissen in den nächsten Jahren weiter steigen werden.

Wenige Reserven
In den letzten Jahren konnten höhere Selbstbehalte den Anstieg der Rückversicherungsprä-mien jeweils abfedern. Diese Selbstbehalte bedingen einen ausreichend dotierten Reserve-fonds. Nur so können im Schadenfall auch hohe Zahlungen geleistet werden. Da es die ge-nannten Gründe in den letzten Jahren nicht erlaubten, ausreichende Reserven zu bilden, ist ei-ne weitere Erhöhung der Selbstbehalte nicht mehr möglich.
Das Verhältnis des Reservefonds zum Versicherungskapital von 41.1 Mrd. Franken lag per En-de 2011 bei tiefen 1.45 Promille. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Durchschnittswert aller 19 Gebäudeversicherungen von 2.35 Promille und soll auf dieses Niveau erhöht werden.

Bildung von Rückstellungen
Die Gebäudeversicherung Zug muss zudem hohe Eventualverpflichtungen abdecken. Bei ei-nem Grossschadenereignis besteht einerseits eine Beitragsverpflichtung gegenüber dem Inter-kantonalen Rückversicherungsverband in der Höhe von 12.1 Mio. Franken. Die dafür benötig-ten Rückstellungen beliefen sich per Ende 2011 auf ungenügende 7.5 Mio. Franken. Anderer-seits besteht eine Garantieverpflichtung gegenüber dem Schweizerischen Pool für Erdbeben-deckung von knapp 13 Mio. Franken. Die Rückstellungen per Ende 2011 betrugen 1 Mio. Fran-ken. Es fehlen folglich 16.5 Mio. Franken an zweckgebundenen Rückstellungen, die in den nächsten Jahren gebildet werden müssen.

Sicherheitsdirektion
Gebäudeversicherung / Amt für Feuerschutz

One thought on “Leichte Prämienerhöhung der Gebäudeversicherung ab Anfang 2013

  1. Martina
    22. Dezember 2012 at 08:23

    Am Ende steht allerdings trotzdem die Erhöhung.

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