Zug im Zentrum von Erdöl-Unfällen

Die Explosion des Erdöl-Bohrturms Deepwater Horizon im vor der US-amerikanischen Küste im Golf von Mexico führte 2011 zur weltweit grössten Ölpest-Umweltkatastrophe. 11 Menschen starben, 1000 Kilometer Küste wurden verunreinigt, Millionen von Tieren verendeten, Zehntausende verloren ihre Arbeitsplätze (Fischerei, Tourismus).

Die Zuger Firma Transocean war der Betreiber des Bohrturms und mitschuldig am Unfall. Nun zahlt sie in einem aussergerichtlichen Vergleich 1,4 Milliarden Dollar. So erkauft sich das Managment von Transocean wie schon der Plattformbesitzer BP Straffreiheit. Das ist unangebracht. Schweres Versagen mit schwerwiegenden Folgen erfordert eine Busse plus eine strafrechtliche Verurteilung.

Auch ist der Betrag angesichts der Schäden und Langzeitfolgen zu tief. Zudem machte Transocean 2011 einen Umsatz von über 9 Milliarden Dollar, für 2012 werden gegen 10 Milliarden erwartet. In der letzten Quartalsrechnung machte Transocean einen operativen Gewinn von 800 Millionen. Das Unternehmen kann mehr zahlen, ohne wirtschaftlich in Schwierigkeiten zu geraten. Zudem erhielt das Management im 2011 Millionen-Boni für “das beste Jahr bezüglich Sicherheit” – ein Affront.

Je länger auf Erdöl als Energieträger gesetzt wird und je seltener und somit teurer Erdöl wird, desto grössere Risiken werden eingegangen, um an unzugänglicheren Orten Erdöl zu gewinnen. Es ist kein Zufall, dass Ende 2012 vor Alaska ein Bohrturm der Zuger Betreiberfirma Noble gestrandet ist. Ohne eine konsequente Energiewende hin zu nachhaltigen Energieträgern wie Erdwärme, Sonne, Wind, etc. werden solche Unfälle auch künftig drohen.

Stefan Gisler, Kantonsrat Alternative – Die Grünen, Zug

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